KRAPPLACK: SONGS II, 2015, Ritzung in gefärbten Passepartoutkarton
KRAPPLACK: SONGS II, 2015, Ritzung in gefärbten Passepartoutkarton

IT BURNS I, 2015, Ritzung in gefärbten Passepartoutkarton
IT BURNS I, 2015, Ritzung in gefärbten Passepartoutkarton

INTOXICATED, 2015, Ritzung in gefärbten Passepartoutkarton
INTOXICATED, 2015, Ritzung in gefärbten Passepartoutkarton

KRAPPLACK: SONGS (Album), 2015, Ritzung in gefärbten Passepartoutkarton
KRAPPLACK: SONGS (Album), 2015, Ritzung in gefärbten Passepartoutkarton

IT BURNS (Album), 2015, Ritzung in gefärbten Passepartoutkarton
IT BURNS (Album), 2015, Ritzung in gefärbten Passepartoutkarton

KRAPPLACK / Intoxicated
KRAPPLACK / Intoxicated

 

KRAPPLACK: INTOXICATED

 

 

 

Blues-Punk-Rock


 

 

CD Veröffentlichung am 15. April 2015

 

Mobtones, Dresden

 

 

 

 

 

erhältlich bei Büchers Best, Dresden

 

www.buechersbest.de

 

 

 

 

COVER

 

Mandy Friedrich (Malerei)

 

Heike Berl (Riss-Zeichnung)

 

 

 

 

www.soundcloud.com/krapplack-rock

 

 


Eröffnungsrede zur Ausstellung von Heike Berl: "Paper Blues"

 

Friedrich Hausen, April 2015

 

 

 

Liebe Ausstellungsbesucher, alle Arbeiten der Ausstellung, die heute eröffnet wird, stehen in Beziehung

 

zu Musik, dem Titel nach zum Blues. In jedem Bild finden wir aber auch geschriebene Wörter. So steht

 

die Ausstellung im Zeichen einer Dreiecksbeziehung zwischen den Medien: Sprache, Musik, Bild.

 

 

Mit der Sprache informieren wir, behaupten wir, rechtfertigen wir, informieren und fragen wir, befehlen

 

und fordern wir, teilen wir uns mit. Mit Bildern halten wir Ausschnitte aus Situationen fest, aber auch

 

Impressionen, Imaginationen, mit Musik teilen wir Stimmungen, Emotionen und vieles mehr. Musik ist

 

oft die abstrakteste unter den Künsten genannt worden, diejenige, die mit der äußeren Wirklichkeit

 

am wenigsten zu tun hat. Und dennoch vermag gerade die Musik in besonderem Maße unsere Phantasien

 

und Emotionen anzustoßen, zu führen und zu steigern. Der Blues nun steht in den Augen vieler besonders

 

für eine Mischung aus Trauer oder Melancholie und Beschwingtheit, eine schwebende, tanzende Schwere.

 

Es ist nicht nur ein sich Versenken im Verlorenen, sondern zugleich eine wesentlich leiblich bewegte Musik.

 

Und gerade diese Verbindungen des Emotionalen mit dem Leiblichen, des Freien und Lebendigen mit dem

 

Melancholischen, finden wir auch in der Geste der informellen Bilder von Heike Berl...

 

 

Heike Berl hat in den letzten Jahren viel mit Druckgraphik gearbeitet. Die heute eröffnete Ausstellung zeigt

 

viele Arbeiten, deren Entstehung derjenigen von Radierungen ähnelt. Nur dass hier die „Radierung“ nicht

 

in eine Druckplatte erfolgte, sondern direkt auf das Bild. - Die hier in die Flächen geritzten Wörter und Sätze

 

sind Bezugnahmen auf Titel und Textzeilen aus dem neuen und ersten Album der Blues-Punk-Rockband

 

„Krapplack“, einem Duo, in dem die Künstlerin zusammen mit der Malerin Mandy Friedrich spielt. Die Texte

 

besingen in verschiedenen Tönungen das Gefühl der Liebe, das sowohl Schmerz als auch Fülle bedeuten

 

kann. Der Aspekt der Fülle scheint ebenso im Rot der Ritz-Bilder ausgedrückt, die Wärme, Hitze und Heftigkeit,

 

wie auch die Verletzung, das Blut, das nochmals mit den Ritzungen seine performative Entsprechung findet.

 

Es ist eine verletzte Bildoberfläche. Und Textzeilen wie “You must come closer to hurt me”, “Are intoxicated

 

of Love” oder Titel wie “Black Hole”, “Hold me in your arms”, zeigen auf das Ineinander von Nähe und Verletzung,

 

von Sehnsucht, Intensität, Rausch und Gefahr.

 

 

Die Musik auf dem Album selbst ist ebenso einfach und elementarisiert wie die Bilder, allerdings sehr rau im Klang,

 

vital im Ausdruck. Gegenüber der feinteiligen Fragilität, die die Ritzbilder vermitteln, steht in der Musik von “Krapplack”

 

eine Stärke des Chaos, eine Liebe zum wilden Leben, deren andere Seite – die Fragilität des Lebendigen – im Text

 

schon und in mancher gesungenen Geste zum Ausdruck kommt.

 

 

 

Als Philosoph möchte ich in allem eine Moral, eine Lehre sehen – die Künstler mögen mir verzeihen – ich sehe hier

 

folgende: Wollen wir die Fülle und Intensität erleben, müssen wir die Verletzlichkeit wagen, müssen wir uns aussetzen.

 

Wir können nicht die Intensität des Lebens feiern und das Chaos und die Verletzlichkeit fliehen und verdammen.