GHORTO, 2004, Papierpulp, Pigment, 300 x 600 cm
GHORTO, 2004, Papierpulp, Pigment, 300 x 600 cm

GHORTO, 2004, Papierpulp, Pigment (Detail)
GHORTO, 2004, Papierpulp, Pigment (Detail)

GHORTO, 2004, Papierpulp, Pigment (Detail)
GHORTO, 2004, Papierpulp, Pigment (Detail)

HECKE II, 2004, Papierpulp, Pigment
HECKE II, 2004, Papierpulp, Pigment

GARTEN, 2003, Papierpulp, Pigment
GARTEN, 2003, Papierpulp, Pigment

INZWISCHEN, 2003, "Jahresausstellung", Akademie der Bildenden Künste München
INZWISCHEN, 2003, "Jahresausstellung", Akademie der Bildenden Künste München

BRUCHSTÜCKE, 2005, Papierpulp, Pigment
BRUCHSTÜCKE, 2005, Papierpulp, Pigment

BRUCHSTÜCKE, 2005, Papierpulp, Pigment
BRUCHSTÜCKE, 2005, Papierpulp, Pigment

HERZTÖNE - Ein Zwischenruf zu den Arbeiten von Heike Berl

Andreas von Weizsäcker, 2004


Zeichnung ist Freiheitsraum, in dem sich die suchende Vorstellung bewegt und festlegt. „Sie ist der Freiheitsraum,

in dem die Plastik die Grenzen ihrer Realisierbarkeit überschreitet und sich der Horizont der Utopie öffnet.“

(Manfred Schneckenburger, Graphische Sammlung Staatsgalerie Stuttgart, 1980). Die graphische und zeichnerische

Arbeit Heike Berls ist der Lebensraum ihrer zarten aber entschlossenen, frei schweifenden Phantasie jenseits

exekutiver Zwänge.


Ausgangspunkt sind ihre faszinierenden, spontanen, scheinbar flüchtigen Notationen, die in der Folge Eingang in

Grafiken, großformatigen Zeichnungen und in jüngerer Zeit auch in räumliche Installationen finden. Fast könnte man

von einer Parallelisierung von Zeichnung und Plastik sprechen, in dem die Elemente der Zeichnung zum „plastischen“

Material werden. So verwendet Heike Berl Papiere nicht nur als Träger ihrer spielenden Phantasie, sondern nutzt

pigmentierten Faserstoff (die Vorstufe eines formierten Blattes) für direkte räumliche Interventionen. So zum Beispiel

in der Arbeit „inzwischen“, die sie 2003 an der Akademie der Bildenden Künste München realisiert hat.


Die Transformation des Lebensraumes ihrer gezeichneten Notizen ist ein wichtiges Instrument im Orchester ihrer

bildnerischen Virtuosität geworden und beschreibt ein wichtiges Momentum. Ohne an intimer Unmittelbarkeit einzubüßen,

öffnet Heike Berl den Formatraum ihrer Zeichnungen zu einem Lebensraum für uns alle. Eine expressive Geste

die in ihrer Großzügigkeit ihresgleichen sucht.


Heike Berl teilt. Sie teilt den Freiheitsraum ihrer Zeichnungen, also ihren Lebensraum, ihr Leben, ihr Hoffen auf ihr

Anrecht auf Glück, auf Gemeinschaft und Veränderung aller Nöte, sie teilt ihre Suche nach Befreiung im Kunstwerk.

Es sind ihre zurückhaltenden linearen Vergewisserungen, ihre Gedankenstriche, ihre graphische humorgeladene Gestik,

die schöpferische Fragilität ihrer raumbezogenen Besetzungen, die aus dem Suchen ein Finden machen.

Ein Fundus für Glück.

Ein Fundus für Freiheit.

Dank der Kunst Heike Berls können wir daran teilhaben und darauf aufbauen.