NACHT AN TAGEN, 2006, Edding auf Papier, Collage, 178 x 146 cm
NACHT AN TAGEN, 2006, Edding auf Papier, Collage, 178 x 146 cm

SCHWACHES GIFT, 2006, Edding auf Papier, Collage, 178 x 146 cm
SCHWACHES GIFT, 2006, Edding auf Papier, Collage, 178 x 146 cm

CONTINUUM, 2006, Edding auf Papier, Collage, 178 x 146 cm
CONTINUUM, 2006, Edding auf Papier, Collage, 178 x 146 cm

MR BIEST, 2006, Edding auf Papier, Collage, 178 x 146 cm
MR BIEST, 2006, Edding auf Papier, Collage, 178 x 146 cm

GLORY ELECTRICITY, 2006, Edding auf Papier, Collage, 178 x 146 cm
GLORY ELECTRICITY, 2006, Edding auf Papier, Collage, 178 x 146 cm

NATURA MORTA, 2006, Edding auf Papier, Collage, 178 x 146 cm
NATURA MORTA, 2006, Edding auf Papier, Collage, 178 x 146 cm

NEON, 2006, Edding auf Papier, Collage
NEON, 2006, Edding auf Papier, Collage

 

Eröffnungsrede zur Ausstellung «Duoton»

 

Franka Häßner

 

Dresden, 2006

 

 

 

 

Heike Keller beschäftigt sich bevorzugt mit Zeichnungen auf Papier. Wie die ausgestellten Arbeiten zeigen,

 

scheinen dabei dem Format keine Grenzen gesetzt zu sein. Der Filigranität des Bildträgers steht der oft kraftvolle

 

Einsatz von Edding und Textmarker gegenüber. Auch die intensiven Farben, vorherrschend Rot, Pink, Schwarz

 

und Nachtblau lassen hier und da den zarten Grund vergessen.

 

 

Vor den Augen des Betrachters entfalten sich Flächen, eingefangen von Konturen; Konturen, die sich ihren Weg

 

bahnen und als einzelne Linien selbständig werden. – Und wieder ein Meer von Linien, die sich verdichten zu

 

Schraffuren. – Schraffuren überlappen, unterwandern sich. Der Eindruck des Übereinander, des Geschichteten

 

wird verstärkt durch die Technik des Collagierens. Die ursprünglich kräftigen Farben schimmern nunmehr sanft

 

durch die feinen Papierlagen. – Aus den Tiefen erklingen die Farbtöne... Auch kommt es beim Kleben zu kleinen

 

Faltungen – es entstehen reliefartige Strukturen, die Zeichnungen entwickeln plastischen Charakter.

 

 

Wenn Heike Keller zeichnet, läuft im Hintergrund Musik, zur Zeit hört sie gern Songs der Band KANTE. Die

 

Stimmungen, in die sie dabei versetzt wird, fließen in ihre Werke mit ein. Doch auch das gesungene Wort findet

 

hier und da fast unmerklich seinen Weg in die Zeichnung. Linien formieren sich zu Zeichen – manches Zeichen

 

entpuppt sich als Buchstabe, Buchstaben bilden Worte. Auch hier die Begegnung mit dem Sprachfragment.

 

 

Heike Keller zeigt, wie spitze Formen, Zacken nach dem «Warum?» fragen, wie im Sandkasten des «Playground»

 

durchaus ein Totenschädel verbuddelt sein könnte, dass an dem Ausdruck «Es regnet Strippen» etwas Wahres

 

dran ist. Und sie öffnet uns die Augen für die Schönheit roter Dunkelheit.